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Glossar zum Krankenhaus Verzeichnis der DKG

 

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A

Ein akademisches Lehrkrankenhaus ist ein Krankenhaus mit der Befugnis zur Ausbildung von Medizinstudenten.

Die Anzahl der Betten ist ein Maß für die Größe eines Krankenhauses. Es werden alle Akut-Betten nach §§ 108, 109 SGB V eines Krankenhauses angegeben. Reha-Betten werden nicht berücksichtigt.

B

Eine Belegabteilung ist eine Abteilung im Krankenhaus, in der die Patienten von niedergelassenen Ärzten (Belegärzten) behandelt werden.

Die Anzahl der Betten ist ein Maß für die Größe eines Krankenhauses. Es werden alle Akut-Betten nach §§ 108, 109 SGB V eines Krankenhauses angegeben. Reha-Betten werden nicht berücksichtigt.

D

Das Hauptziel der datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung ist, die medizinische und pflegerische Leistung der Krankenhäuser in Deutschland qualitativ zu verbessern und vergleichbar zu machen. In keinem anderen Land der Welt gibt es derzeit ein vergleichbares nationales Verfahren zur Qualitätsdarstellung, das alle Krankenhäuser einschließt und auf medizinische und pflegerische Ziele ausgerichtet ist.

Dem Verfahren liegt folgendes methodisches Prinzip zugrunde: Die Behandlung aller Patienten eines Krankenhauses wird in ausgewählten Leistungsbereichen anhand von zuvor festgelegten Qualitätsindikatoren (Qualitätsmerkmalen) dokumentiert. Diese Daten werden an das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) bzw. die jeweilige Landesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung übermittelt und dort ausgewertet. Die Vertrauenswürdigkeit der Daten wird mit Hilfe eines Validierungsverfahrens überprüft.

Die Ergebnisse der Auswertung werden den Krankenhäusern zurückgespiegelt. So hat jedes Krankenhaus die Möglichkeit, den eigenen Leistungsstand im Vergleich zu anderen einzuschätzen und konkrete Ansätze für die Qualitätsverbesserung zu entwickeln. Zudem gibt es in jedem Bundesland Fachgruppen, die die Ergebnisse ebenfalls analysieren und bei auffälligen Daten Gespräche mit den Krankenhäusern führen (Strukturierter Dialog). Wird ein Defizit festgestellt, werden qualitätsverbessernde Maßnahmen eingeleitet.

Disease Management-Programme (DMP) sind spezielle strukturierte Behandlungsprogramme für Menschen mit einer chronischen Erkrankung. Mit ihnen sollen die Behandlungsabläufe und die Qualität der Behandlung chronisch Kranker verbessert werden. Derzeit gibt es in Deutschland DMP zu den Indikationen Asthma, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Brustkrebs, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2) sowie Koronare Herzkrankheit. Die an einem DMP teilnehmenden Krankenhäuser verpflichten sich zu einer qualitätsgesicherten Versorgung entsprechend den Vorgaben dieser Programme und müssen beispielsweise vertraglich festgelegte Qualitätsanforderungen erfüllen.

Der Behandlungsverlauf eines Patienten und alle durchgeführten Maßnahmen (z.B. Untersuchungen, Operationen) müssen schriftlich festgehalten werden. Während und nach der Behandlung eines Patienten im Krankenhaus dokumentieren Ärzte und geschultes Personal daher die Untersuchungen (Diagnostik) und Behandlungen (Therapien) sowie deren Ergebnisse in der Fall-Akte. Darüber hinaus werden für auf Landes- und Bundesebene festgelegte Krankheitsbilder oder Untersuchungen Daten der medizinischen Qualität erhoben und in der Fall-Akte dokumentiert. Diese Daten bilden die Grundlage der datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung. Hier werden die für die Messung der Qualitätsindikatoren (Qualitätsmerkmale) notwendigen Daten vollständig und einheitlich erfasst, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.

Krankenhäuser sind im Rahmen der Verfahren der datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung verpflichtet, bestimmte Leistungen zu dokumentieren. Die Dokumentationsrate ergibt sich aus dem Verhältnis der dokumentierten Daten zu den tatsächlich erbrachten Leistungen eines Krankenhauses.

Die Berufsgenossenschaften sind als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung verpflichtet, bei Arbeitsunfällen schnellstmöglich eine sachgemäße Versorgung zu gewährleisten. Hierzu benennen sie sogenannte Durchgangsärzte, die nach Diagnosestellung über den weiteren Therapieverlauf entscheiden. Für eine Zulassung müssen Durchgangsärzte unter anderem eine Weiterbildung zum Chirurgen oder Orthopäden, eine umfassende unfallmedizinische Ausbildung und Erfahrung sowie eine besondere Ausstattung nachweisen. Die Teilnahme am Durchgangsarztverfahren ist ein Hinweis auf eine besondere unfallmedizinische Erfahrung und das Vorhandensein bestimmter medizinisch-technischer Einrichtungen im Krankenhaus.

E

Das einrichtungsinterne Qualitätsmanagement beschreibt die Qualitätsmanagement-Strukturen und deren Einbindung in die Krankenhausleitung sowie die Qualitätsmanagement-Aufgaben und die dafür vorhandenen Ressourcen in einem Krankenhaus.

Das Krankenhaus informiert darüber, ob auf Landesebene weitere landesspezifische, verpflichtende Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 112 SGB V vereinbart wurden. Das kann für Sie interessant sein, wenn Ihre Erkrankung nur auf Landesebene in die Qualitätssicherungsmaßnahmen einbezogen ist.

F

Die "Ärztliche Fachexpertise der Abteilung" informiert über die vorliegenden Facharzt-Qualifikationen und Zusatz-Weiterbildungen in der Abteilung eines Krankenhauses.

Die Fallzahl ist ein Maß für die Größe eines Krankenhauses. Sie gibt die Anzahl der (stationär, teilstationär oder ambulant) behandelten Patienten innerhalb eines Jahres wieder. Jeder Patient wird bei einem Krankenhausaufenthalt einmal gezählt.

G

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. In diesem Beschlussgremium wirken Patientenvertreter aktiv mit. Der G-BA beschließt unter anderem die Qualitätssicherungsmaßnahmen. Alle Krankenhäuser sind beispielsweise zur Teilnahme an Verfahren der datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung und zur Veröffentlichung von Qualitätsberichten verpflichtet.

H

Eine Hauptabteilung ist eine Abteilung im Krankenhaus, in der die Patienten von Stationsärzten des Krankenhauses behandelt werden.

Es kann vorkommen, das ein Patient mehrere Erkrankungen hat. Als Hauptdiagnose bezeichnet man die Erkrankung, die hauptsächlich den Krankenhausaufenthalt des Patienten erforderlich gemacht hat.

I

ICD (Abkürzung für engl. International Classification of Diseases) ist die internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme. Der ICD-Code besteht aus Buchstaben und Zahlen. Krankenhäuser sind gesetzlich verpflichtet, die Diagnosen gemäß ICD zu dokumentieren. Weitere Informationen erhalten Sie beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).

Instrumente des Qualitätsmanagements sind kontinuierlich eingesetzte Prozesse zur Messung und Verbesserung der Qualität. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Qualitätsindikatoren, Befragungen, Beschwerdemanagement, Fehler- und Risikomanagement, Orientierung an Leitlinien oder Standards, berufsgruppenübergreifende Konferenzen, Information und Aufklärung der Patienten.

K

Die Ergebnisse der Qualitätssicherungsverfahren können in Form von Qualitätsindikatoren (Qualitätsmerkmalen) und Kennzahlen vorliegen. Die Kennzahlen geben zusätzliche Informationen an. Da sie kein definiertes Qualitätsziel und keinen Referenzbereich haben, findet keine Bewertung der Versorgungsqualität statt.

Als Krankenhaus werden im Deutschen Krankenhaus Verzeichnis alle nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser definiert. Diese sind auf gesetzlicher Grundlage verpflichtet, einen Qualitätsbericht zu erstellen. Alle nicht nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser werden daher nicht im Portal abgebildet.

L

Im Rahmen der Qualitätssicherung werden bestimmte medizinisch-pflegerische Leistungen eines Krankenhauses so zusammengefasst, dass vergleichbare Gruppen entstehen. Diese Gruppen werden als Leistungsbereiche bezeichnet. Die Behandlungsergebnisse in diesen Leistungsbereichen werden dokumentiert und überprüft.

M

Bei den Medizinisch-pflegerischen Leistungsangeboten liegt der Schwerpunkt auf den nicht-ärztlichen Leistungen eines Krankenhauses wie Diät- und Ernährungsberatung, Massagen oder Sozialdienst.

Auf gesetzlicher Grundlage erstellt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) einen Katalog planbarer Leistungen im Krankenhaus, bei denen ein Zusammenhang zwischen der Menge der erbrachten Leistungen und der Ergebnisqualität besteht. Für diese Leistungen legt er auf Basis verfügbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse Mindestmengen fest.

Zu folgenden acht Leistungen hat der G-BA Mindestmengen festgelegt:

  • Lebertransplantation (inkl. Teilleber-Lebendspende)
  • Nierentransplantation (inkl. Lebendspende)
  • komplexe Eingriffe am Organsystem Ösophagus (Speiseröhre)
  • komplexe Eingriffe am Organsystem Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
  • Stammzelltransplantation
  • Kniegelenk-Totalendoprothesen (Knie-TEP)
  • koronarchirurgische Eingriffe (derzeit ohne Festlegung einer konkreten Mindestmenge)
  • Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm

N

Nicht-medizinische Leistungsangebote beziehen sich auf die Ausstattung der Patientenzimmer, die besondere Ausstattung eines Krankenhauses, Angebote für schulpflichtige Patienten sowie individuelle Hilfs- und Serviceangebote.

O

Der Operations- und Prozedurenschlüssel (OPS) ist die amtliche Klassifikation der Operationen, Eingriffe und sonstigen (auch diagnostischen) Prozeduren und Untersuchungen in Deutschland. Krankenhäuser sind gesetzlich zur Dokumentation ihrer Leistungen nach dem OPS verpflichtet. Weitere Informationen erhalten Sie beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).

P

Die personelle Ausstattung gibt die Anzahl der Vollkräfte umgerechnet auf den Jahresdurchschnitt an. Hierzu zählt nur das in der Patientenversorgung tätige Personal eines Krankenhauses untergliedert in Ärzte, Pflegepersonal, therapeutisches Personal in Psychiatrie und Psychosomatik sowie spezielles therapeutisches Personal.

Q

Seit dem Jahr 2005 ist für Krankenhäuser die jährliche Erstellung strukturierter Qualitätsberichte verpflichtend. Diese Berichte sollen Krankenhausleistungen für Patienten und Öffentlichkeit verständlich machen. Ziel der Berichte ist eine übersichtliche und auf Vergleichbarkeit angelegte Veröffentlichung über die Qualität und die Leistungen der Krankenhäuser.

Mit Hilfe der Qualitätsindikatoren (Qualitätsmerkmale) wird die Behandlungsqualität eines Krankenhauses gemessen. Jeder Qualitätsindikator hat ein Behandlungsziel, ein Dokumentations- und Messverfahren und ein Bewertungskonzept. Sie können die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität eines Leistungsbereichs betreffen. Für einen Leistungsbereich können mehrere Qualitätsindikatoren festgelegt sein. Das Indikator-Ergebnis für ein Krankenhaus wird, basierend auf dem Referenzbereich, als rechnerisch auffällig oder unauffällig bewertet und im Qualitätsbericht veröffentlicht.

Krankenhäuser sind gesetzlich verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement umzusetzen. Ein professionelles Management, geeignete Strukturen, gut ausgebildete Mitarbeiter/innen und verbesserte Verfahren sollen zu hoher Qualität und zur Zufriedenheit der Patient/innen beitragen.

Qualitätsziele in Krankenhäusern machen den Qualitätsanspruch nachvollziehbar und transparent. Typische Qualitätsziele können sich auf die Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit sowie auf Qualitätsindikatoren (Qualitätsmerkmale) beziehen.

R

Der Referenzbereich eines Qualitätsindikators (Qualitätsmerkmals) unterscheidet statistisch auffällige von statistisch unauffälligen Krankenhausergebnissen. Ergebnisse außerhalb des Referenzbereichs sind auffällig und sollten im Rahmen einer weiteren Beurteilung (Strukturierter Dialog bzw. Stellungnahmeverfahren) analysiert werden.

Regionale Versorgungsverpflichtungen haben psychiatrische Fachkrankenhäuser bzw. Krankenhäuser mit psychiatrischen Fachabteilungen, die aufgrund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, psychisch erkrankte Patienten aus einer bestimmten Region stationär aufzunehmen. Diese Einrichtungen benötigen hierfür eine besondere Fachkompetenz.

S

Neben dem für die Krankenhäuser verpflichtenden Verfahren der externen Qualitätssicherung gibt es weitere (freiwillige) Verfahren der externen Qualitätssicherung, an denen Krankenhäuser teilnehmen können. Hierzu gehören z. B. Qualitätssicherungsverfahren von Fachgesellschaften.

Der Strukturierte Dialog ist ein zentrales Verfahren der Qualitätssicherung, in dem statistisch auffällige Ergebnisse für definierte Qualitätsindikatoren (Qualitätsmerkmale) genauer untersucht werden. Im Verfahren klären Experten der dafür beauftragten Stellen mit dem Krankenhaus, ob statistisch auffällige Ergebnisse durch Nichteinhaltung von Qualitätsanforderungen zustande gekommen sind oder andere Gründe vorlagen. Wird im Strukturierten Dialog festgestellt, dass die medizinische Qualität der Behandlung verbessert werden kann, wird das betroffene Krankenhaus mit verschiedenen Maßnahmen bei der kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse unterstützt.

V

Versorgungsschwerpunkte beschreiben die individuellen medizinischen Leistungsangebote, auf die sich ein Krankenhaus in besonderem Maße konzentriert. Die Informationen über die Versorgungsschwerpunkte beziehen sich auf die Fachabteilungen.

Zur besseren Einschätzung der Aussagefähigkeit der Qualitätsindikatoren (Qualitätsmerkmale) gibt es sogenannte Vertrauensbereiche. Der Vertrauensbereich gibt an, wie genau der eigentliche Ergebniswert des Qualitätsindikators die Realität abbilden kann. Der Vertrauensbereich berücksichtigt, dass nicht alle Einflüsse auf das Behandlungsergebnis messbar oder erhebbar sind.